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8) Ernährung: Essen wie die Jäger und Sammler: Die Steinzeit- / Paläo-Ernährung

Die Ansätze der Steinzeit-Ernährung basiert auf der Ansicht, dass wir uns ernähren sollten wie Jäger und Sammler während der Steinzeit bzw. dem Paläolithikum. Daher auch der Name Paläo-Ernährung.

Zumeist wird sich dabei auf die Zeit vor etwa 10.000 Jahren bezogen. Die Altsteinzeit reicht allerdings von den Anfängen in Afrika, vor 2-3 Millionen Jahren, bis zum Ende der letzten Eiszeit vor 11.600 Jahren. Diese Zeiten waren von einem kalten Klima geprägt, weshalb man auch von einem Eiszeitalter spricht.

Hier soll es nicht darum gehen woher der Mensch kommt, wie lange er schon lebt oder ob der Mensch wirklich schon immer Fleisch gegessen hat und Tiere getötet hat. Solche Dinge möchte ich an einer anderen Stelle zu einer anderen Zeit behandeln, weil es mich bis heute bewegt und ich sehr viel Zeit in dieses Thema investiert habe.

Mit diesem Beitrag möchte ich klarstellen, warum der Ansatz der Steinzeiternährung, eine sehr gute Ernährung ist und jeder seine eigene Erfahrung damit machen sollte.

Um das nochmals zu betonen, es ist der Ansatz der bei gesundheitliche Problemen jeglicher Art befolgt werden sollte. Warum dass so ist, wird im laufe der Blogs klar werden.


Über die Ernährungsmethode selbst sind bereits zu viele Studien und Bücher veröffentlicht worden. Zu dem kann an noch heute existierenden Jägerstämmen gute Informationen über das Verhalten und Leben unserer Vorfahren gewonnen werden. Bespiele stellen hier der Hadza Stamm in Tanzania Ostafrika, die Veddas in Sri Lanka, die Bambuti in Kongo Zentralafrika, die Inuit in Alaska und die Aborigines in Australien dar.

Anhänger dieser Ernährungsweise versuchen ähnliche Nahrung wie damals zum Paläolithikum zu konsumieren und auch die Bewegung, das Jagen, wird durch modernen Sport imitiert.

Das Hauptargument der Befürworter dieser Ernährungsmethode ist, dass sich der Mensch im Rahmen seiner Entwicklung, gemäß der Steinzeiternährung ernährt haben musste und das für eine verdammt lange Zeit. Unser Körper hat sich während dieser Zeit an die Nahrung angepasst. Gleichzeitig sollen wir uns noch nicht an die neue Nahrungsmittel, die sich mit dem Ackeranbau ergeben haben, angepasst haben.

Wir wissen was damals an Pflanzen gewachsen ist und unter welchen Bedingungen Pflanzen wachsen. Außerdem ist es logisch auszuschließen, welche unserer modernen Nahrungsmittel damals nicht vorhanden waren.

Jäger und Sammler waren ihrer lokal-regionalen Ansässigkeit unterworfen. Pflanzen, Früchte, Beeren, Wurzeln, Getreide, Nüsse oder anderes Sammelgut, hing davon ab, wo sich der Stamm befand und von der bestehenden Jahreszeit, welches den Wachstum durch Photosynthese und damit die Nahrungskette kontrollierte.


Wie sah die Nahrung damals aus? Mehr Meeresnahrung als gedacht

Wir alle haben ein Bild von Jägern und Sammlern zu Zeiten der Steinzeit in unseren Köpfen. Ich möchte ein Bild in deinem Kopf, auf Basis neuer Sachlage auf diesem Themengebiet, formen. Der Jäger jagte wohl nicht nur Mammuts, sondern war auch sehr oft angeln bzw. fischen. Dadurch ändert sich auch das Bild der Nomaden. Möglichweisen waren sie, je nach Region, gar nicht so stark in Bewegung und pilgerten nicht nur Tierherden, als Nahrungsquelle hinterher. Dinge ändern sich unter einer anderen Perspektive.

In der Altsteinzeit waren die Jäger sehr aktiv. Sie verzehrten etwa 3.000 Kalorien am Tag. Pflanzen und Früchte wie Beeren wurden zumeist roh konsumiert. Sie wurden gesammelt und oft direkt verzehrt. Man geht von einem Mineral- und Vitaminüberschuss des Menschen zu dieser Zeit aus.

Die Kalorien stammten in etwa 45-60% von gejagter Beute. Nur wenige Jäger und Sammler hatten mehr als 50% ihrer Kalorien aus Pflanzen.

Für den Jäger und Sammler waren Bewegung und natürliche Hungerzyklen Alltag. Sie waren somit gewissen selektiven Überlebenseinflüssen ausgesetzt.

Mit dem Beginn der Viehhaltung, dem Ackeranbau und dem Sesshaftwerden, begab sich der Mensch in ein vollkommen neues energetisches Umfeld. Nahrungsmangel oder Hungerphasen konnten durch intelligente Zucht und Aufbewahrungstechniken vermieden werden. Das bedeutet, es entstand ein Überangebot von Energie in Form von Nahrungsmitteln vor allem dem Getreide. Dies zeigt sich an der raschen Zunahme der Bevölkerungsdichte. Die Völker wurden größer und größer und das Leben war von wenigen Hungerplagen bedroht. Natürlich nur bedingt, da es immer Ernteeinbrüche und klimatische Probleme gab. Auch zu dieser Zeit gab es viel Leiden und Tode durch den Hunger.


Die Kalorien stammten in etwa 45-60% von gejagter Beute. Nur wenige Jäger und Sammler hatten mehr als 50% ihrer Kalorien aus Pflanzen.

Die Ernährung war also sehr proteinreich, da es viel Fleisch zu Essen gab. Allerdings können wir heute durch mathematische Berechnungen belegen, dass es kalorienrechnerisch nicht ausreichen würde, wenn wir nur Eiweiß konsumiert hätten. Eiweiß kann in der Leber über die Gluconeogenese zu Glukose umgewandelt werden aus der wir Energie gewinnen können. Unsere Leber kann heute ca. 300 Gramm Protein umwandeln, welches uns ca. 1200 Kalorien spendet. Diese Menge reicht auf lange Sicht nicht aus um zu überleben oder sich hinsichtlich der Evolution weiter zu entwickeln.


Woher stammen also die restlichen Kalorien? Aus dem Fett!

Fett ist ein hervorragende Kalorienquelle. Meerestiere besitzen dicke Fettschichten in den arktischen Meeren, um sich vor der Kälte zu schützen. Tiere in den Tropen und wärmeren Gegenden und Gewässer haben einen geringeren Fettgehalt.

Es gibt verschiedene Anschauung wie eine Ernährung früher ausgesehen haben könnte.

Eine davon ist:

Fett: 75%

Protein: 20%

Kohlenhydrate: 5%

Die Jäger und Sammler in den Tropen konsumieren weniger Fett, weniger Protein und müssen diesen Defizit durch Pflanzen ausgleichen. Kalorienüberlegungen zur Folge, müssen diese Jäger in diesen Regionen gelernt haben, die Nahrung zuzubereiten.

Rund 50% der Nahrung stammte aus Stärke bei tropischen Jägern und Sammlern heute und auch damals in der afrikanischen Savanne.


Fett war schon immer wichtig, da es lebensnotwendige Kalorien lieferte. Im Mittelalter galt, je fettiger desto besser. Das gehaltene Vieh, darunter überwiegend Schweine, wurden als Nahrungsquelle über den Winter genutzt. Der aus den Schweinen gewonnene Schweinschmalz war ein sehr wichtiger Energielieferant im Mittelalter in Europa. (Brunner)

Auch Fische galten als sehr nährend und sättigend.

"Wenn der Hering kommt ins Land, wird der Doktor unbekannt". (Schubert)


So what? Fazit:

Orientiere dich an der Ernährung deiner Großeltern. Esse regional und altmodisch, nach den Jahreszeiten. Verzichte auf neumodische Produkte, denn deine Gene sind auf die Nahrung deiner Vorfahren programmiert.

Die Steinzeit-Ernährung ist deshalb viel mehr als nur eine Ernährung. Es ist ein Lifestyle, bei dem es darum geht zurück zur Natur zu finden und weg von unserer industriellen modernen Ernährung.

Unser Genom entspricht immer noch das eines Jägers, unsere Lifestyle, Ernährung und Leben allerdings nicht mehr.

Anders ausgedrückt, unser Körper ist noch immer ein eingerosteter Jäger. Wir nutzen ihn (den Körper) aber nicht mehr nach den Regeln der Natur.


Quellen:

Leonard WR et al. (1994) "Evolutionary perspectives on human nutrition: the influence of brain and body size on diet and metabolism." American Journal of Human Biology, vol. 6, pp. 77-88.
Knopf K et al. (1978) "Taurine: an essential nutrient for the cat." Journal of Nutrition, vol. 108, pp. 773-778.

Chanarin I, Malkowska V, O'Hea A-M, Rinsler MG, Price AB (1985) "Megaloblastic anaemia in a vegetarian Hindu community." The Lancet, 1985(2), pp. 1168-1172.

BRUNNER, Karl: Kleine Kulturgeschichte des Mittelalters. München: C. H. Beck 2012: aus https://unipub.uni-graz.at/obvugrhs/download/pdf/395272?originalFilename=true

SCHUBERT, Ernst: Essen und Trinken im Mittelalter: aus https://unipub.uni-graz.at/obvugrhs/download/pdf/395272?originalFilename=true

https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0305440318300542

https://www.museum.bl.ch/blog/blog.php?blogid=21


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