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6) Ernährung: Die Extreme der heutigen Ernährung: "Back to nature", aber wie?

Updated: Apr 28, 2022

Die moderne Ernährungswissenschaft ist sehr jung. Sie hat mit der Forschung an Vitaminen und Mineralien begonnen und wurde durch Praxisfälle der beobachtbaren Mangelernährung den "Wissenschaftlern" bewusst. Man erkannte das bestimmte Krankheiten durch eine Mangelversorgung an Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen entstehen. Dabei war es ganz einfach, die gestellte Diagnose zu überprüfen. Man musste lediglich den mangelnden Nährstoff der betroffenen Person hinzufügen und die Krankheit und dessen Symptome milderten sich bis sie vollständig abgeheilt war.

Gegen Mitte des 20 Jahrhundert haben sich die Erkrankungen verändert. Es war keine Mangelernährung mehr sondern eine Überernährung (Ausnahme der Kriege), chronische Erkrankungen durch neue Lebensbedingungen und Umstände wie Arbeit und Wohnen. Die neumodischer Erkrankungen brauchen eine andere Herangehensweise. Es kann nicht mehr "nur" nach Vitaminen und anderen kleinen Bausteinen gesucht werden, um das "Problem" zu beheben. Dennoch kursieren eine Menge solcher Behauptungen in Büchern und im Internet.

Diese reduktionistische Herangehensweise hat zur Verwirrung und Enttäuschung vieler Menschen geführt. Menschen wissen nicht mehr was sie essen sollen oder dürfen.

Ein Lebensmittel ist eine komplexe biochemische Waffe. Die Mikronährstoffe interagieren untereinander und es ist deshalb schwer die einzelnen Nährstoffe in einem kompletten Lebensmittel auf ihre Wirkung zu analysieren. Das ist an all den Studien über Ernährung deutlich zu erkennen. Man kommt dabei auf keinen grünen Zweig. Außerdem besteht das derzeitige Problem nicht mehr in einem Mangel an Nahrungsmittel, sondern viel mehr an kulturell-/sozial-/psychologisch-/wirtschaftlichen Themengebiete, die zur Erkrankung führen.


Aus diesen Veränderungen und unsere modernen Ernährungsweise entstanden zu Beginn des 21 Jahrhundert Aussagen wie, dass dies die erste Generation sei, die es schaffe durch kindliche Fehlernährung, noch vor ihren Eltern zu sterben. (Künast 2004)

Das sind harte Worte, doch ist unsere Gesundheit wirklich so miserabel?


Die Erste Gesundheitsrevolution begann im 19. Jahrhundert und zog sich bis ins 20. Jahrhundert. Hier wurde das Trink- und Abwasserversorgungssystem, der Arbeitsschutz und die Ernährung, als auch die Wohnung-/Lebensbedingungen optimiert. Dadurch konnte die Lebenserwartung deutlich verlängert werden. Infektionskrankheiten nahmen drastisch ab.

Die Zweite Gesundheitsrevolution wurde durch medizin-technischen Mittel vorangetrieben. Bisher wurde immer versucht Krankheiten zu heilen. Heute sind wir an einem Punkt, wo es darum geht die Gesundheit zu erhalten oder zu fördern, weshalb von einer dritten Revolution gesprochen wird.

Information ist nötig um Übergewicht/Krankheit zu reduzieren, doch warum „leben so viele Menschen trotz des hohen Informationsstandes und vieler Gesundheitsprodukte nicht gesund?“. Immerhin sind es 200 Millionen Europäer, die übergewichtig sind.

Die gesamte Lebensweise, über die Volkswirtschaft, die Gesundheitspolitik und die Nahrungsmittelproduktion müssen sich ändern.


Warum ist denn eine Flasche Cola günstiger als Wasser und warum dürfen und werden unsere Kinder von klein auf damit "ruhig" gestellt?

Selbst die WHO vertritt die Meinung: Adipositas wurde durch eine veränderte Umwelt verursacht. Außerdem durch neue bewusst produzierte süchtig-machende Lebensmittel. Allerdings wird versucht die Schuld auf den Menschen zu schieben. Er sei Schuld dafür, dass er schlechte Nahrung konsumiere. Schließlich kann er frei entscheiden was er kaufe und esse. (Siehe)

Wo stecken denn die offensichtlichen Fehler und Probleme der heutigen Ernährung? Und wie machst du nicht dieselben Fehler?

  • Unsere Lebensmittel sind nicht mehr voller Leben, Energie, Mineralien und Vitaminen, durch modern Anbaumethoden, Zerstörung der fruchtbaren Böden, Kunstdünger, Pestizide etc.

    • Nur auf fruchtbaren, mineralstoffreichen Böden kann das Getreide und anderes reich an Vitamin E,B Komplexen, Kalzium, Eisen etc. sein und werden.

  • Wir essen zu viele leere Kalorien, blanchiertes, entkerntes Getreide und Getreide generell, Zucker, Süßstoff, Zusatzstoffe, Öle, Transfette. Zucker ist noch immer eine relativ neue Droge und stieg erst ab den 1900er Jahren an. Erst durch die Industrialisierung haben wir Zugang zu raffiniertem Zucker etc.

  • Zu viel Nahrungsmittel die zu unterschwelligen, unbemerkten Entzündungen führen

    • Gluten, Lektine, Agglutinine, Palstikweichmacher (Bisphenol A), Antibiotika, Umweltgifte (Dioxin) etc.

  • Unsere moderne Lebensmittel sind genetische und industriell manipuliert.

    • Weißmehl war das Erste verarbeitete Lebensmittel. Mit der industriellen Revolution kamen große maschinelle Mühlen, die es ermöglichten den Mehlkörper zu verarbeiten, der zusätzlich noch länger aufbewahrt werden konnte. Allerdings hielt das Weißmehl nun keine der wichtigen Nährstoffe mehr in sich.

    • Seit dem Ackeranbau hat sich das Getreide noch mal stark verändert. Durch die Entdeckung der mendelschen Regeln haben wir viel in Sachen Genetik gelernt. Aus seiner Arbeit entstanden auch genmanipulierte Lebensmittel. Darunter auch unser Getreide und dessen Anbau. (süchtig machend)

    • Durch moderne Anbautechniken und Änderungen des Weizens entstanden und entstehen Allergien.

    • Getreide hatte und hat positive Effekte auf den Bevölkerungszuwachs, Handel und Wirtschaft. Gleichzeitig sorgte es schon damals zu einer Zunahme von Krankheiten. Heute hat sich die Situation, das Getreide und der gesamte Planet Erde so stark verändert, dass sich Ernährungsempfehlungen nicht mehr an alten kulturell-religiös- traditionellen Bräuchen orientieren kann.

    • Östrogenähnliche Substanzen in einer nie zuvor gehabten Zusammensetzung belasten uns. Sojaprodukte und co. halten Xenoestrogene.

    • Genauso wurde in Plastik bzw. Polyvinylchlorid (PVC) östrogenähnliches entdeckt. Sie binden an den Estrogenrezeptor-alpha (ER-alpha) und stehen unter Verdacht den Hormonrhythmus zu stören. Außerdem wird der Einfluss auf die Fruchtbarkeit von Männern diskutiert.

  • Ungesunde Viehhaltung: Getreide und Körner werden verfüttert, da sie billige Kalorien zur Sättigung darstellen. Die Tiere werden auf engem Raum gehalten, da ein Platzmangel besteht. Folglich werden mehr Krankheiten schneller und häufiger übertragen, weshalb Antibiotika eingesetzt werden muss. Der Teufelskreis entsteht.

    • Zu viel Omega 6 Fettsäuren, ein falschen Verhältnis zwischen Omega 3 zu Omega 6. Das Verhältnis hat sich von von 1:1 auf 1:30 verändert! Und wir glauben, dass hat keine Folgen auf unsere Gesundheit?!

  • Entwertung des gemeinsamen Essens und der Nahrung generell. Früher musste der Großteil des Haushaltseinkommen für den Kauf von Lebensmittel aufgeopfert werden. Noch1850 wurden 60% des Geldes für Nahrung ausgegeben. 1960 verschlang die Lebensmittelversorgung rund ein Drittel des Einkommens. Im Jahr 2004 lag sie bei 16%. Heute (2022) liegen die Ausgaben bei ca. 14,8%. Nahrung wird beiläufig und "zwischen durch", mal schnell aufgenommen. Es gibt ja genug, also kann man sich überessen. Das genug ist zu dem auch noch sehr billig.

  • Die Nahrungsaufnahme unterliegt keinem Rhythmus und keinem Muster der Natur. Es ist nicht mehr unser Feld oder Boden von dem wir uns bedienen, sondern die international-globalen Felder, die ausgebeutet werden. Nicht mehr die Natur entscheidet darüber was wir zu essen bekommen.

  • Es besteht keine Abhängigkeit mehr an eine soziale Tischgemeinschaft. Jeder kann sich Selbstversorgen auch wenn nur mit Tiefkühlkost.

Bei all diesen Veränderungen wird gerne von einer Mikro-Evolution gesprochen. Innerhalb von zwei Generation haben sich diese Veränderungen etabliert und sind möglicherweise der Grund für die hormonelle Veränderungen die beobachtet werden können. Die mikro-evolutionären Veränderungen stehen in Verdacht für Hormonprobleme wie mit Testosteron- und Östrogenwerten beim Mann. Studien zur Folge hat sich auch die Spermien Anzahl in einigen Nationen verringert.


"Back to nature"

Wir sind schlichtweg aus der Balance. Wir haben unsere Mitte verlassen und sind in Extreme verfallen. Wir jagen von einem Extrem ins andere und suchen nach der Wahrheit.

Dieses Verhalten sehen wir in den meisten modernen Entscheidungen, die gefällt werden. Ein Beispiel ist hier die Agrochemie.

Kunstdünger und Agrochemie haben das Verhältnis von Geben und Nehmen zur Natur gestört.

Einige von uns müssen die Natur erst wieder fürchten lernen, um zurück in den Rhythmus zu finden. Sie müssen lernen, dass sie über uns steht, nicht wir über ihr. Wir sind abhängig von ihr, auch wenn wir uns anders verhalten und es die Medien aus Medizin, Politik und moderner Technologie es suggerieren.

Wir Menschen versuchen die Natur zu kontrollieren und sind damit auch die größte Last für die Erde.

Unsere Vorfahren wussten wie wichtig der Erdboden war. Ein fruchtbarer Boden sorgte für Nahrung. Sie lernten, dass man von der Mutter Erde etwas bekommt, wenn man ihr dafür auch etwas gibt. Ein geben und nehmen zwischen Menschen und der Natur. Natürlich gab es hier viele Kulturen und Glauben an Naturgeister, die hier Tiere und auch Mensch opferten und es als eine Gabe an die Natur betrachteten. Doch der Gedanke basierte auf derselben Beobachtung und aus Ehrfurcht vor der Natur und ihrer Gewalt. Man wusste dass man ihr ausgesetzt ist und das verbreitete Angst. Deshalb wollte man nichts Böses tun, der Natur nicht schaden und nichts riskieren, sodass die Natur gar nicht erst zurückschlagen konnte oder wollte. Man wollte das Gleichgewichtig, die Balance nicht stören.

In Industrieländern haben wir diese Ehrfurcht verloren. Wir rauben die Mutter Erde aus.

Wir brauchen keinen fruchtbaren Boden mehr für einen Pflanzenwachstum. Wir entwurzeln uns selbst und nehmen uns unseren eigenen Nährboden. Die Oberschicht des fruchtbaren Erdbodens hat sich über Jahrmillionen aufgebaut und wir haben es geschafft alles Fruchtbare aus ihr zu entbehren. Das ist in vielen Ländern unter anderen auch in Spanien bereits zu beobachten.

Humus entsteht, in dem Mikroorganismen Pflanzen und/oder tierisches Material zersetzen und zu organischer Materie umbauen, welcher dann Humus genannt wird. Mikroorganismen in diesem Humus können nun auch Kohlenstoff fixieren, weshalb er in der Klimapolitik diskutiert wird. Unsere landwirtschaftlichen Böden speichern im Durchschnitt 128 Tonnen organischen Kohlenstoff pro Hektar und zwar in der obersten Schicht, dem Humus. Der Wald bindet nur etwa 1 Tonne. Kunstdünger und Agrochemie haben das Verhältnis von Geben und Nehmen zur Natur gestört.


Meine Tipps für dich, und warum, wieso, weshalb findest du in der Rhythmusernährung.



Quellen

Christine Zioudrou, et al., “Opioid Peptides Derived from Food Proteins (the Exorphins),” Journal of Biological Chemistry 254, no. 7 (April 10, 1979)


M. Mulder, et al., “Reduced Levels of Cholesterol, Phospholipids, and Fatty Acids in Cerebrospinal Fluid of Alzheimer Disease Patients Are Not Related to Apolipoprotein E4,” Alzheimer Disease and Associated Disorders 12, no. 3 (September 1998)


Barberger-Gateau, et al., “Dietary Patterns and Risk of Dementia: The Three-city Cohort Study,” Neurology 69, no. 20 (November 13, 2007)



Kickbusch, I. (2006): Die Gesundheitsgesellschaft. Megatrends der Gesundheit und deren Konsequenzen für Politik und Gesellschaft, Hamburg


Henning Schmidt-Semisch · Friedrich Schorb (Hrsg.) Kreuzzug gegen Fette


Künast, R. (2004): Eine neue Ernährungsbewegung für Deutschland (Rede im Deutschen Bundestag am 17. 6. 2004)




https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PII0140-6736(93)90953-E/fulltext

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