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Leptin: Ende der Volkskrankheiten? Fat meets physics


Mit diesem Beitrag eröffne ich die Leptinreihe. In dieser Reihe wird es darum gehen, warum immer mehr Menschen übergewichtig werden oder sind. Zu dem werden wir uns die Hintergründe und Zusammenhänge anschauen. Wie immer versuch ich dir ein großes Bild zu vermitteln und dazu brauchen wir ein paar Fakten und Infos.

Starten wir mit dem Hormon Leptin. Jeder hat schon von diesem Hormon gehört. Es wird mittlerweile als Sättigungshormon vermarktet. Schauen wir uns an was dahinter wirklich steckt und wie du es beeinflussen kannst.


Es gab und gibt immer noch Zeit in denen es Sinn macht Energie zu sparen und ein Fettpolster aufzubauen. Reserven anzulegen und weniger zu verbrauchen. Auch in diesen Zeiten wird das Sparen wieder relevanter. Egal ob an Strom, Heizkosten, Öl, Wasser oder Lebensmittel.

Der Unterschied zur materiell-wirtschaftlichen Welt, unser Fett verliert nicht an Energie oder Wert im Sinne einer Inflation. Was wir essen sind 100 Kalorien und diese bleiben 100 Kalorien. Nur wenn wir nicht mehr wissen wie viel 100 Kalorien sind, wird es zu einem Problem.

Wir können überschüssige Energie (Geld) in unsere Fettspeicher (Konto) buchen und die gespeicherte Energie auch wieder abrufen, wenn wir sie brauchen. Wir müssen keine Angst haben, dass das Geld nicht mehr vorhanden ist. Doch was ist wenn wir keinen Kontoauszug bekommen? Keine Einsicht in unser Konto? Nicht wissen was die Bank mit unserem Geld macht? :)


Fett bedeutet Sicherheit

Wir alle kennen die Aussagen, dass bestimmte Naturvölker bspw. in Afrika einen dicken genährten Bauch als Zeichen für Sicherheit und Wohlstand deuten. Genau dass ist die Aufgabe eines Energieüberschusses in der Natur. Ein "Normalgewichtiger" mit 15% Körperfett speichert 80.000 Kalorien um sich.

Man muss sich fragen, warum machen wir Menschen sowas überhaupt? Wieso schleppt ein Übergewichtiger mit 30% Körperfettanteil 160.000 Kalorien mit sich rum? Ist der- oder diejenige etwa materiell, geizig, spart gerne oder hat er keinen guten Zugang zu seinem Bänker, keinen Kontoauszug o.ä.? Warum speichert er so viel Energie/Geld ab? Was stimmt hier nicht? (Die Analogie wird noch Sinn machen!)



Unser modernes Leben

Heute nehmen wir vermehrt Nahrung zu uns und bewegen uns deutlich weniger. Durch die Umweltkontrolle der Menschen macht es wenig Sinn Energie für Notzeiten zu sparen, da es keine Notzeiten mehr gibt. Entwicklungsgeschichtlich war der Winter oder die Eiszeit von einem Energiemangel geprägt. Doch ist er das heute nicht mehr!

Nicht alle Lebewesen auf dieser Erde haben sich von der Natur abgekoppelt. Tiere sind immer noch in der Natur zuhause.

Betrachten wir unsere Vergangenheit und Herkunft, dann wird klar, diese Zeiten des Energiesparen, des Wohlstands, gab es nicht häufig. Viel mehr überwogen Zeiten des Hungers und des Energiemangels. Genau deshalb ist das Hormon Leptin auch so wichtig. Wir brauchen Zugang zu unserem Fettgewebe. Meistens war also gar kein Geld auf dem Konto. Während heute zu viel Fett im Fettgewebe gespeichert wird!



Ein paar Fakten dazu

Das oben genannte Leptin funktioniert auf folgende Weise. Leptin dockt an Orexin/Hypocretin Rezeptoren im Hypothalamus an. Leptin ist ein peripheres Hormon aus dem Fettgewebe und übermittelt Infos am Hypothalamus im Gehirn. Orexin hat Einfluss auf die Stresshormonachse und vieles mehr, was wir uns noch genauer anschauen werden. Bspw. zeigen Veränderungen im Leptin Spiegel Verhaltensänderungen, unter anderem im sozialem Umgang.

Leptin blockiert den lateralen Bereich des Hypothalamus im Gehirn. Hier sitzen genannte Hypocretin Neuronen. Diese werden durch Leptin blockiert. Deshalb ist Leptin mehr als ein Sättigungshormon oder Abnehmhormon.


Wir steigen nun tiefer in die Materie ein. Nicht Insulin per se ist der Bösewicht. Es beginnt im Körper mit Insulin und zeigt sich im Gehirn durch ein Leptinproblem (gilt für Übergewicht, Magersucht und viele andere Erkrankungen). Insulin ist der Triggerpunkt bzw. das Triggerhormon. Das Ende der Signalkaskade und damit dem Problem findet an den Hypocretin Neuronen statt. Übergewicht hat natürlich verschiedenen Ursachen. Jegliche Entzündungen und deshalb schreibe ich so oft über Sie, können die Hypocretin Neuronen zerstören. Liegt dieses Problem zu lange vor, dann zerstören wir den Hypothalamus! Nun entstehen ganz andere tolle moderne Problemchen.

Typische Ursachen sind zu viel Fruktose oder zu viel Pflanzenfette und Omega 6. Übergewicht und viele moderne Erkrankungen sind deshalb die Folge eines too much. Man sprich von einer Allosatase.


Mit der Entdeckung des Leptins 1994, kamen reichlich neue Informationen und damit mehr Verständnis in die Medizin. Deshalb nimmt das Übergewicht noch lange kein Ende. Wir verstehen allerdings heute warum so viele Menschen unter Adipositas leiden, zumindest einige neue Ursachen.

Von Leptin wissen wir, dass es auf das Nervensystem, den Hormonhaushalt, den Blutdruck, auf Entzündungen und an der Energiesignalisierung im ZNS beteiligt ist.

Wir sind oder werden heute öfters krank weil die Signalisierung in unserem Kopf nicht mehr richtig funktioniert.

-"Der Kopf ist vom Körper abgeschnitten"-

Leptin wirkt im PVN des Hypothalamus und übermittelt die Information über eine Rezeptor-Bindung. Man kann sich die Energie in unserem Körper wie einen Autotank vorstellen oder eben wie oben dem Bankkonto. Der Tank entspricht der Energie im Fettgewebe. Die Tankanzeige ist das Gehirn bzw. Hypothalamus/PVN.

Deswegen ist Sport und Kalorienzählen für viele heute nicht die richtige Lösung. Viel schlimmer, sie nehmen sogar noch an Gewicht zu. Wie soll es auch anders sein. Mit einer defekten Tankanzeige riskiert der Fahrer keine weiten Strecken und der Körper keinen Fettabbau! Der Bürger keine Investitionen...

Hohe Leptinwerte führen zu einer Reduktion des Hungers und übermitteln die Botschaft: genügend Energie vorhanden. Das bedeutet Energie wird im Körper nicht in Form von Lipiden oder Glukose gemessen, sondern in Form von Protonen und Elektronen der Nahrung! Diese Signalisierung findet im PVN statt und reguliert das Nervensystem, den Appetit und verdammt vieles mehr. Das ist auch der Grund weshalb Übergewichtige typische Energiemangel Symptome besitzen, wie Hyperphagie, Schlafstörungen etc.



Übergewicht und Energieerhaltung: Fat meets physics

Dr. Atkins meinte, man könne so viel Energie in Form von Proteinen und Fetten zu sich nehmen und dabei nicht zu nehmen, wenn man auf sein Sättigungsgefühl hört. Dazu muss natürlich die Sättigungssignalisierung funktionieren.

Fett ist ein Energiespeicher für den Körper.

Wir Menschen werden von Energie durchflossen. Wir nehmen Energie auf und geben Energie ab. Die Aufnahme sollte klar sein. Hier geht es ums Essen. Die Abgabe durch jeglichen Kalorien-, also Energieverbrauch. Die Rede ist von der Thermodynamik und den 3 Gesetzen.


1) Gesetz: Energiewandlungen: Energie U besteht aus zugeführte Wärmeenergie und zugeführter mechanischer Energie.


Beispiel Verbrennungsmotor: zugeführte Energie U=100%, diese wird nun gewandelt, indem der Verbrennungsprozess stattfindet. Dabei wird diese Energie in 80% Wärme und lediglich 20% Bewegung umgewandelt.


2) Gesetz: Entropie: In einem geschlossenen System nimmt die Entropie immer zu.


Denken wir an ein geschlossenes System wie eine Dampfmaschine, dann wird die Energie die der Maschine zugeführt wird nicht verbraucht sondern gewandelt. Die Energie U wird zu Wärme und mechanischer Energie, also Bewegung der Dampfmaschine gewandelt. Dabei nimmt die Ordnung allerdings ab bzw. die Entropie zu.


3) Gesetz: Ab einer bestimmten Temperatur findet keine Energieumwandlung mehr statt. Es findet kein Energiefluss mehr statt und damit ist keine Entropie vorhanden.


Die 3 Gesetze kurz, knapp und simpel. Diese wenden wir im Rahmen dieser Blogreihe auf uns an.



Was hat das nun mit uns Menschen zu tun?

Eins steht fest die Kalorienlehre basiert auf diesem mechanischen "Maschinendenken".

Das Problem ist wird sind kein geschlossenes System, wie es Newton im ersten Hauptsatz postulierte. Im 19 Jahrhundert wandten Ärzte diese Theorie Newtons aus der mechanischen Physik auf den Menschen an. Sie verglichen uns mit einem Vorratsbehälter in den man Energie steckt und diese von uns verbraucht oder gewandelt wird.

Unser Körper ist ein Energiewandler. Eine Einheit bestehend aus verschiedenen Zellen mit verschiedenen Aufgaben. Das Fettgewebe übernimmt die Rolle der Energieversorgung und das ist sehr wichtig für unser Gehirn.


Dr. Atkins hatte also Recht. Theoretisch kann man so viel essen wie man möchte, solange das Sättigungsempfinden einsetzt und der thermodynamisch Ausgleich stattfindet. Es zeigt sich allerdings das zum einen, Menschen verschieden sind und viele unter oben beschriebener Störung leiden, welche durch das moderne Leben gefördert werden. Was aber wenn dieses Empfinden der Sättigung und auch das der Fettspeicherung nicht mehr funktioniert? Dann funktioniert Kalorienzählen nicht, Sport nicht etc. Man quält sich ab und erzielt dabei nichts. Der Körper wird nicht Fett abbauen oder loswerden. Man spricht von einer Leptinresistenz. Diese schauen wir uns im 2. Teil näher an.



Was kannst du tun?

Wenn du glaubst betroffen zu sein, dann gibt es hierzu ein paar Testmöglichkeiten. Einen dieser Tests habe ich bereits veröffentlicht, weitere folgen.

Ernährung, Kalorien, Körpergewicht, Übergewicht stehen in Verbindung zu einander. Auch die Ketogene Ernährung ist kein Wundermittel, bei der man so viel essen kann wie man möchte. Es ist ein Werkzeug mit der man seine Signalisierung korrigieren kann.

Auch die Ketogene Ernährung kann die Gesetze der Thermodynamik nicht aushebeln, aber sie kann dich optimieren und wieder zu einem offenen thermodynamischen System und damit einem auf diesem Planeten teilhabenden Lebewesen machen. Eine Gewichtsreduktion benötigt immer eine Kalorienreduktion. Doch weiß dein Körper über deinen Kalorienhaushalt bescheid?

Du musst verstehen was Energieaufnahme und Energieabgabe in dein Fettgewebe steuert. Darüber geht es in zukünftigen Blogs.


Bis dahin :)

Phil




Quellen:



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